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LEBEN IN DIE BUDE BRINGEN

Farbe in die Wohnung!

WANDFARBE

by Anna, 03.07.2019

“Leben in die Bude bringen” – das war das Motto eines meiner Lieblingsprojekte des letzten Sommers. Es war besonders spannendes Design-Projekt in einer Berliner Altbau Wohnung: Gemeinsam mit dem ´Berliner Zimmer´, einem Zusammenschluss mehrerer junger Interior-Labels, und dem Projektentwickler FORTIS Group galt es eine zum Verkauf stehende, sanierte Altbauwohnung schon vor dem Verkauf mit durch gute Farben und gutem Design mit Leben zu füllen! 

Die Idee entstand im Frühjahr 2018: Bei einem Glas Wein überlegten sich der Geschäftsführer der Fortis Group, Mark Heydenreich, und ich, dass man den grundsätzlich weißen Wohnungen auch schon vor dem Verkauf durch die passenden Farben mehr Charakter verleihen könnte.

Ziel war es, nicht wie üblich eine kahle weisse Wohnung zum Verkauf anzubieten, sondern schon im Vorhinein Räume zu schaffen, in denen sich potenzielle Bewohner wohlfühlen könnten.

Wir entschieden uns für eine zum Verkauf stehende, sanierte Altbauwohnung Wohnung am Lietzensee. Die Wohnung sollte ein modernes Farbkonzept bekommen, das sich sowohl an den Wänden als auch in den Möbeln und Accessoires wiederfinden sollte.

Es sollte einerseits möglichst viele Menschen ansprechen und andererseits mussten die Töne aber auch den eher gedeckten Lichtverhältnissen der Räume gerecht werden. Wir hatten das große Glück, dass die wunderbaren Labels des Berliner Zimmers auch mit an Bord waren. So wurden die von mir farbig gestalteten Räume wurden gleich mit den passenden Möbeln junger Berliner Labels des ‚Berliner Zimmers‘ eingerichtet.  Die Mischung aus einer klassischen Wohnung, meinen Farben und modernen Möbeln Berliner Firmen reizte mich sehr.

In die ‚bezugsfertige‘ Wohnung wurde dann gemeinsam zu einem Kundenevent eingeladen. Hierbei konnten die Gäste sowohl eine weiße, unsanierte Wohnung in der 3. Etage des Hauses als auch das Ergebnis in der 2. Etage anschauen. Den Erfolg des Projektes konnte man schon daran erkennen, dass Gäste und Gastgeber sich sogleich entspannt am Küchentisch oder auf dem Sofa niederließen und alle vergaßen, dass es eine Musterwohnung war. 

DAS FARBKONZEPT

Normalerweise entwickele ich Farbkonzepte in engem Kontakt mit meinen Auftraggebern, die meistens auch selber in den betreffenden Häusern und Wohnungen leben und arbeiten wollen. Persönliche Vorlieben und die Nutzung der Räume spielen dann meist eine noch größere Rolle als die architektonischen Gegebenheiten und die Lichtverhältnisse. Im Falle der Riehlstraße musste ich mir die Bewohner vorstellen und habe darauf geachtet, dass die Farbzusammenstellung junge Familien als auch etwas ältere Bewohner mit Sinn für Farben und moderne Möbel ansprechen würde.

Vor Ort habe ich mir ein Bild von den Lichtverhältnissen gemacht und mit meinen original Farbmustern geschaut, welche Töne gut wirken könnten. Um meine Ideen zu visualisieren stellte ich dann Moodboards zusammen, die neben den Wandfarben auch Stoffe, Möbel und Lampen mit einbezogen. Moodboards sind für mich immer eine große Hilfe, Ideen festzuhalten und anderen zu vermitteln. 

Der Eingang im Blauton ‚Indian Ocean‘ sollte als Statement dienen. Hier konnte man einen kräftigeren Ton wagen, da dieser Raum wenig natürliches Licht hat und man durch die kräftigere Eingangsfarbe den Eindruck hat, in die hellere Küche und Wohnzimmer zu gehen.

Die Küche wurde in meinem bläulichen Aquaton ‚Scampolo‘ gestrichen. Diese Farbe ist frisch und bringt Licht und Fröhlichkeit in den Raum. Der Erker wurde im etwas helleren ‚Primavera‘ gehalten, um das einfallende Licht besser einzufangen. Farbige Accessoires sind bei meinen Konzepten immer entscheidend. Die korallefarbenen Lampen, bunte Blumen und eine fröhliche Kombination an Kissen gibt den Räumen eine Fröhlichkeit, die vor allem durch Komplementärkontraste geschaffen wird.

Für das Wohnzimmer wählte ich Apricot, da es ein warmer, freundlicher Ton ist und einen Ausgleich zu den Blau- und Aquatönen im Eingang und der Küche bietet. Apricot lässt sich vielfältig kombinieren und wurde hier vor allem mit Grau-, Weiß-, Schwarz und Grüntönen abgesetzt. Auch hier bringen farbenfrohe Accessoires und Bilder wieder den gewissen ‚Pepp‘ in den Raum. 

Bei allen Farben achte ich immer sehr darauf, dass sie gut mit dem Fußboden harmonieren. Angenommen, der leicht gräuliche Eichenparkettboden hätte einen stärkeren Orangestich, wäre Apricot wahrscheinlich die falsche Wandfarbe gewesen, da sie nicht zum Boden gepasst hätte.

Vom Wohnzimmer aus geht man in einen langen, dunklen Flur, der in dem warmen Grauton ‚Metropolis‘ gestrichen wurde. Je nachdem, ob die jeweiligen Wohnräume eher farbig oder neutral gehalten werden, empfehle ich auch häufig, dunkle Flure, Treppenhäuser oder Eingänge in einer fröhlichen Farbe zu streichen. In der Riehlstraße wäre dies zu bunt geworden, da man vom Flur aus in farbige Räume gelangt.

Das Schlafzimmer im kräftigen Grün ‚Tinkerbell‘ liegt nicht unmittelbar angrenzend an die Wohnräume. Daher wollte ich hier in eine etwas andere Richtung zu gehen. Grün, Weiß und Lila sind die dominierenden Töne dieses Raumes, der nur ein schmales Fenster hat. Im Vergleich zu den anderen Räumen ist dieser Grüntön am intensivsten, wirkt aber durch das wenige, natürliche Licht nicht knallig, sondern freundlich und beruhigend. ‚Tinkerbell‘ ist ein Grünton, den man sehr vielseitig kombinieren kann. Man könnte ihn auch mit Weiß, Schwarz und Gelb oder mit Rot- und Pinktönen akzentuieren.

Für die Umsetzung des Projektes möchte ich mich hiermit nochmal bei folgenden Personen und Firmen bedanken:

Mark Heydenreich
Initiator und Geschäftsführer der FORTIS Group
www.fortis-group.de

Antje Heber
Öffentlichkeitsarbeit FORTIS Group

Juan Echeverri
Fotografie
www.juan-echeverri.com

Allen Mitgliedern des ‚Berliner Zimmers‘ für die großartige Hilfe beim Einrichten und die schönen Möbel!
www.berlinerzimmer.berlin

The Curtain Shop (für die Vorhänge und Rollos)
www.thecurtainshop.de

 

Harold Kohn
Creative Director

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